Peccioli/ Orciatico, Ostern 2026
Eigentlich wollten wir uns über Ostern ein schönes Plätzchen in der Cinque Terre (Ligurien) suchen und dort Ostern verbringen. Leider waren schon eine Woche vorher alle Campingplätze ausgebucht und so hatten wir vor, Ostern nördlich von Florenz, in der wenig bekannten Garfagnana zu verbringen. Das Wetter stellte sich dort aber ziemlich kalt dar und die Vegetation war auch noch nicht so weit. Also blieben wir einfach noch ein bischen länger in der Toskana.
Wir überlegten, mit Hilfe der Landkarte in welche Richtung wir fahren sollten und kamen so auf Peccioli. Am Karfreitag schlenderten wir einfach mal so durch den Ort. Ja, und das Piccioli so schön ist und auch noch der Radrennfahrer Giuseppe Sabatini hier aufgewachsen ist, konnten wir nicht vermuten. Ja, so ist das manchmal mit „einfach mal treiben lassen“.
Wir fanden, dass der Ort eine tolle Balance zwischen alter Architektur und moderner Kunst gefunden hat. Wir schlendern durch die Altstadt und immer wieder begeistert uns ein neues Detail. Der Sky-Walk mit seinem Fahrstuhl in die Unterstadt beindruckt. Aber auch die Via del Giardino (Panorama-Terrasse) mit einem spektakulären Blick über die toskanische Landschaft sind der Wahnsinn.
In Orciatico fanden wir über die restlichen Ostertage ein idyllisches Plätzchen, wo wir teilweise ganz alleine standen und so konnten wir das Örtchen mit kleinen Wanderungen und Fahrradtouren genießen. Am Ostersonntag hat der Osterhase sogar ein kleines Osternest versteckt und dann besuchten wir die kleine Dorfkirche zum Ostergottesdienst. Auch das war ganz herzlich und schön.
Abends hatten wir wieder einmal einen lieben, tierischen Besucher, der uns gar nicht mehr verlassen wollte.
Florenz, den 30.03.2026
Natürlich dürfen wir die Hauptstadt der Toskana, nicht verpassen und so verbringen wir in Florenz 3 Tage voller Erlebnisse.
Siena und Florenz konkurrierten im 15. Jahrhundert miteinander und führten sogar gegeneinander Kriege. Geschichtlich ist Florenz als Gewinner hervorgegangen und Dies widerspiegelt sich heute in deren Größe und deren prunkvollen Bauwerken. Den Dom besichtigen wir nur von außen, da uns die wartende Menschenschlange darum zu lang war. Aber auch das war schon beeindruckend. Natürlich dürfen die Uffizien mit ihren Meisterwerken von Michelangelo, Leonardo da Vinci und Raffael nicht fehlen. Danach waren wir aber wirklich „platt“.
Ja und das Flair der Stadt ist einfach toll, trotz der vielen Touristen. Mit dem Sightseeing-Bus fahren wir durch die Stadt, bis hoch nach Fiesole, wo wir einen fantastischen Panoramablick haben. Wir schlendern über die Ponte Vecchio (eine Brücke, auf die Gebäude gebaut wurden, um damals Steuern zu sparen).
Na und das abendliche Konzert mit den Drei Tenören wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.
San Gimignano, den 28.03.2026
Über Siena fahren wir weiter nach Monteriggioni. Vor uns präsentiert sich ein kleines, mittelalterliches Städtchen, umgeben mit einer noch komplett intakten Stadtmauer. Wir genießen das Flair und nachmittags geht unsere Reise weiter nach San Gimignano, auch als das Manhattan des Mittelalters bezeichnet. Um das 15. Jahrhundert galt es in der Florentiner Republik als mächtig und einflussreich den höchsten Turm in der Stadt zu besitzen. In San Gimignano sind von den ehemals über 70 Türmen noch 15 erhalten und Dies macht die Stadt so berühmt und sehenswert.
Wir bummeln durch die Stadt. Wir besuchen Torre e Campatelli. Hier wurde ein Haus mit Turm der Familie Campatelli für Besucher zugänglich gemacht und wir fühlen uns für kurze Zeit ins 15. Jahrhundert zurückversetzt.
Am Sonntag wandern wir ein Stück entlang des alten Frankenweges (Francigena) , welcher von Canterbury nach Rom führt. Bei Sonnenschein entdecken wir zufällig ein unscheinbares Weingut, wo wir gleich mal einkehren und uns vom leckeren Wein und Antipasto verwöhnen lassen.
Lago Trasimeno, den 25.03.2026
Uns gefällt es hier in Torricella gut. Wir sind auf einen kleinen, sehr einfachen Campingplatz. Fast allein in absoluter Ruhe mit Blick auf den See.
Unser Nachtbar Pietro stammt aus Apulien und lebt aber schon über 40 Jahre in Deutschland und hat sich hier als Dauercamper eingemietet. Mit Ihm fahren wir, vorbei an Assisi nach Spello. Ein absoluter Geheimtipp, den wir so nie entdeckt hätten. Eine Kleinstadt mit wirklich besonderen Flair. Wir bestaunen die kleinen Gässchen, die Häuser aus alten Natursteinmauerwerk und an jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken. Die Häuser sind teils schon mit Blumen geschmückt und man fühlt sich hier einfach wohl.
Zurück halten wir noch kurz in Corciano. Diesen kleinen Ort hat Pietro selbst erst vor ein paar Jahren entdeckt und er will Ihn uns unbedingt zeigen. Ja, es lohnt sich. Von Weiten erkennt man nicht`s besonderes. Aber dafür Drinnen um so mehr. Viel kleiner als Spello aber genau so schön. Straßen, die so schmal sind, dass nur Fußgänger hier laufen können. Die Bausubstanz ist bestens erhalten und an jeder Ecke gibt es kleine Trattorias und Osterias, wo man Abends gemütlich sitzen kann.
Am Abend kocht Pietro für uns und gemeinsam genießen wir den Abend bei einem leckeren Sardinischen Rotwein. Die Liebe zu seiner Heimat Italien sprudelt nur so aus Ihm heraus. Wir kommen zwar kaum zu Wort aber seine Erzählungen sind so interessant, dass das Zuhören nie langweilig wird.
Lago Trasimeno, den 24.03.2026
Ein paar Tage sind wir schon hier am Lago Trasimeno und nutzen die Zeit für ein bischen „Budenschwung“, Wäschewaschen und auch für den Friseur, der nun nach einigen Wochen wieder einmal dran ist. Wir sind gespannt wie wir zum Schluss aussehen werden? Englisch spricht niemand im Salon und so versuchen wir es mit Zeigesprache und Google-Übersetzer.
Lago Trasimeno, den 21.03.2026
Im Laufe der Reise haben wir uns immer mehr an Italien und deren fröhliche Lebensart gewöhnt und wir genießen es einfach an einen der zahlreichen Cafes anzuhalten, einen Espresso mit Cornetto zu bestellen und die Umgebung zu genießen.
Gewöhnungsbedürftig bleibt für uns das späte Abendessen. Dies beginnt frühestens 19.30 Uhr aber viele kommen erst gegen 20.30 Uhr. Aber wir essen eh meist unser, am liebsten auf Märkten gekaufte Essen.
Unser Weg führt uns quer durch die Toskana über Städte wie Pienza und Montepulciano. Die toskanische Landschaft mit ihren Säulenzypressen und Schirmkiefern sowie Steinhäusern, welche meist auf einer Anhöhe in der weiten Landschaft stehen, strahlt einen ganz eigenen Charm auf uns aus.
Bagni San Filippo, den 20.03.2026
Das es in der Toskana heiße Quellen gibt, wussten wir. Aber dutzende und teils noch absolut naturbelassene, einfach zum Besuchen und baden fanden wir einfach einzigartig.
In Saturnia, eine der bekanntesten Quellen beginnen wir unsere „Thermaltour“ Dies ist die wohl meist Besuchte Thermalquelle. Schon von Weiten riecht man den Schwefelgeruch und wir fahren mit dem Fahrrad zu den Thermalbecken. Das Wasser fliest hier von der Quelle über einen längeren Bach zu den Badebecken, welche wir mit einigen anderen Besuchern teilen. Die Wassertemperatur liegt hier nur bei ca. 37 Grad.
Für uns die schönsten Quellen waren die in Viterbo. Diese sind frei und kostenlos zu besuchen und wir gehen gleich mit Bademantel aus dem Wohnmobil zum Badebecken. Am nächsten Morgen gibt es kein kühles Bad sondern noch einmal eins in 58 Grad heißen Schwefelwasser.
Weiter in Richtung Norden fahren wir über Abbadia San Salvatore (hier wurde noch vor einigen Jahren Quecksilber abgebaut) nach Bagni San Filippo. Nach einer schönen Wandertour durch die Berge besuchen wir die 2 heißen Quellen. Die schönere ist der „Weiße Wal“ aber zum Baden nutzen wir die verlassene Quelle am anderen Ortsende. Bei Sonnenuntergang genießen wir das warme Wasser.
Lago di Bolsena, den 18.03.2026
Heute beim Kitsurfen am Bolsenasee zugeschaut und bewundert.
Pitigliano/ Sovana/ Sorano, den 15.03.2026
Eher zufällig entdecken wir auf dem Weg nach Viterbo die Städtchen Pitigliano (die Größte), Sovana und Sorano. Das besondere an Ihnen ist, dass die Orte auf einen Tuffsteinberg gebaut wurden und auch der Tuff als Baustein verwendet wurde. Durch das ockerfarbene Gestein fühlt man sich in ein früheres Jahrhundert versetzt. Wir erkunden die Altstadt mit ihren vielen Gässchen und jede Ecke sieht wieder anders schön aus. Wir sind beeindruckt.
Antje sieht sich die liebevollen Lädchen an, wobei Sie dann auch noch vom Ladenbesitzer so einige Tipps zur Stadtbesichtigung bekommt. Wir entdecken einen noch originalen Sattler, wo sich Torsten einen schönen Gürtel anfertigen lässt.
Wie der Zufall es so will, findet die Fackelprozession zum „Torciata di san Giuseppe“ (Feier zum Ende des Winters) statt. Wir genießen den Abend und am nächsten Tag wandern wir noch einmal durch die Altstadt und die außerhalb liegenden Tuffsteinhöhlen.
Alberese, den 13.03.2026
Bei Sonnenschein geht es heute mit dem Fahrrad auf Entdeckungstour in den Maremma-Park. Dieser grenzt an das Meer und zwischen den vielen Schirm-Kiefern und Olivenbäumen leben auch die Maremmana-Rinder, eine halbwild lebende Rasse mit ziemlich langen Hörnern.
Wir genießen die Tour und zum Ausklang gibt es noch einen Cappuccino im nah gelegenen Cafe
Alberese, den 12.03.2026
In Livorno, am frühen Morgen angekommen empfängt uns die Toskana mit Regen und grauen Himmel.
Entlang der Etruskischen Rivera fahren wir über Piombini in den Maremma-Park. Wir bleiben auf einem Bauernhof bei Familie Francioli. Hier leben ca. 300 Schafe und wir genießen den frischen Schafskäse und unsere Olivenölvorräte können wir auch wieder auffüllen.
Für uns interessant: Der Hof hält Herdenschutzhunde, um die Schafherde vor Wölfen zu schützen. Diese lernen wir kennen und Sie erweisen sich als ganz zutraulich zu uns. Wir erfahren, dass die Wölfe hier auch schon mal als ausgerottet galten aber vor einigen Jahren hier wieder angesiedelt worden.




















