Col de Larrau, den 3.08.2026
Heute präsentiert sich uns ein kleines Wunder der Natur.
Wir reisen von der Region Aragon nach Navarra im Baskenland zum Gol de Larrau.
Die Passstraße windet sich in steilen Kurven hoch zur französischen Grenze.
Hier oben schauen wir herab nach Frankreich und plötzlich stehen wir hoch über den Wolken.
Manche Bergkuppen schauen heraus und die Sonne taucht die umliegende Berglandschaft in ein ständig wechselndes Farbenspiel. Ganz hinten nähert sich eine dunkle Gewitterfront, welche uns aber nicht erreichen wird. An diesen schönen Ort bleiben wir für die Nacht.
Wir genießen ein leckeres Abendessen und bestaunen nur einfach die Natur.
Am Morgen erleben wir einen Sonnenaufgang wie er nicht schöner sein kann. Wir beschließen spontan noch einen Tag hier zu bleiben und eine kleine Wanderung entlang des spanisch- französischen Grenze zu unternehmen.
Agüero, den 2.08.2026
Dieses kleine Städtchen liegt malerisch am Fuße der Mallos de Agüero, einer Felsformation aus rötlichen Sedimentgestein (Puddingstein genannt).
Wir haben einen schönen, kleinen Platz für die Nacht gefunden, wo wir ganz allein, oberhalb des Dorfes stehen und abends noch lange den Blick auf das beleuchtete Dörfchen genießen.
Am Morgen macht Torsten eine kleine Wanderung um die Felsformation und dann gibt es einen gemeinsamen Morgenkaffee.
Jaca, den 1.08.2026
Nach dem Mittag kommen wir bei 38 Grad in Jaca an und machen erst mal eine kleine Siesta. Gegen 17 Uhr besuchen wir die Kathedrale, welche im 10. Jahrhundert errichtet wurde und eine der ältesten Spaniens ist. Jaca war damals die Hauptstadt des Königreiches Aragon.
Abends werden die Temperaturen endlich angenehmer und dies merkt man auch am Leben der Stadt. Als wir die Kathedrale besuchen waren wir ziemlich allein aber gegen 19 Uhr füllten sich die Straßen. Die Läden und Bars öffneten und die Stadt war voller Leben. Wir suchten uns ein gemütliches Restaurant und genießen das rege, temperamentvolle Treiben. Das Abendessen beginnt hier nicht vor 20 Uhr und 23 Uhr kann man durchaus noch etwas bestellen. Da werden wir uns wohl in Spanien noch ein klein wenig umgewöhnen müssen.
Ordesa-Nationalpark, den 31.07.2026
In den Pyrenäen genießen wir die angenehmen Temperaturen, während in den anderen Landesteilen Spaniens bis zu 40 Grad sind. Die Ferienzeit macht sich derzeit beim Übernachten bemerkbar. Freistehen ist momentan schwierig und so suchen wir öfter Campingplätze auf. Das war vor ein paar Monaten noch wesentlich entspannter.
So auch in Puyarruego. Wir wandern nach Muro, ein kleines, verlassenes Dorf hoch oben in den Bergen. Solche unbewohnten Dörfer gibt es hier viele. In den 70-er bis 80-er Jahren zogen die Einwohner in die Städte, weil sie dort einfach bessere Lebensbedingungen vorfanden. Jetzt finden sich jedoch immer mehr Leute, welche die Ruhe suchen und die verlassenen Steinhäuser wieder aufbauen.
Nach der schönen, aber anstrengenden Wanderung genießen wir ein erfrischendes Bad im Rio Bellos.
Einen Tag fährt Torsten mit dem Fahrrad zur Aniscloschlucht und wandert über das kleine Dorf Scuro die Schlucht entlang. Der Rückweg war unverhofft ein bisschen anstrengender, da der Rückweg Einbahnstraße war und ein Ranger meinte, dass es nur über die Passstraße nach Puyarruego gehe.
Über eine kleine Bergstraße fahren wir an weiteren verlassenen Dörfern, welche jedoch zum Teil schon wieder aufgebaut wurden entlang. In Nerin genießen wir ein leckeres Mittagessen.
Der westliche Teil des Nationalparkes ist wesentlich touristischer und wir nehmen einen schönen Campingplatz, weit oben im Vall de Bujaruelo als Quartier.
Wir wandern in´s Vall de Ordesa, was sich aber als sehr touristisch herausstellt. Wir werden mit einen Bus dahin gefahren, weil das Tal für Autos geschlossen wurde. Wir wandern, eingeschlossen zwischen den Felswänden das Tal hinauf und bestaunen immer wieder neue Wasserfälle.
Wesentlich ruhiger war es dann auf der Wanderung oberhalb des Tales Vall de Bujaruelo. Wir wandern entlang des Ara und nehmen ein erfrischendes Bad zwischen den Felsen im Fluss.
Pla de Beret, den 25.07.2026
Unsere Reise geht weiter über Alos de Gil (in dem Tal soll es noch Bären geben, aber leider zeigt sich uns keiner) in Richtung Westpyrenäen.
In Beret wollen wir auf einen Parkplatz übernachten. Ein riesiges Skigebiet in ca. 1900 m Höhe. Gegen 22 Uhr müssen wir jedoch den schönen Platz verlassen, obwohl hier kein Verbotsschild steht. Und so fahren wir in der Nacht mit weiteren WoMo's in's Tal hinunter nach Baquira. Schade, aber dafür gönnen wir uns am Morgen ein leckeres Frühstück in der Paneteria nebenan.
Über das Valle de Arane fahren wir in den Ordessa-NP.
Tavascan, den 23.07.2026
Über den sogenannten Schmugglerpfad verlassen wir Andorra in Richtung spanische Pyrenäen. Über diesen Weg wurden früher vielerlei Waren zwischen Spanien und Andorra geschmuggelt. Während der Francozeit war es für Viele ein Fluchtweg aus Spanien. Der Weg ist holprig und teils ziemlich eng aber unser MLT meistert den Serpentinenweg perfekt. Rechts gibt es beim Vorbeischieben mit einem entgegenkommenden Auto ein paar Schrammen an der Leitplanke aber ansonsten ist alles i.O. und Antje's Gesicht sieht am Ende auch wieder freundlicher aus.
Die Gegend ist traumhaft und wir fahren durch einsame Berglandschaft.
Das einzige Dorf ist Tor und hat wohl nur ca. 25 Einwohner. Aber ein kleines Gasthaus gibt es. Hier machen wir kurz Stopp und essen eine Kleinigkeit.
Wir fahren bis ins Tavascan-Tal und bleiben für ein paar Nächte um Wäsche zu waschen und das Auto wieder mal auf "Fordermann" zu bringen.
Llivia, den 16.07.2026
Auf dem Weg in Richtung Andorra fahren wir durch die spanische Enklave Llivia.
In diesem kleinen Ort leben ca. 1500 Einwohner und er ist komplett von französischen Staatsgebiet umgeben.
Wir finden interessant, was die Geschichte so hervorbringen kann. Im 16. Jahrhundert wurde im Pyrenäenfrieden vereinbart, dass alle 33 Dörfer des Ostteils der Cerdanya an Frankreich übergehen. Nun hatte Llivia aber ein eingetragenes Stadtrecht und bis heute ist es dadurch ein Teil Spaniens geblieben. So machen wir uns schon mal kurz mit Spanien bekannt und Antje probiert schon mal ihre Spanischkenntnisse aus.
Thues Caranca, den 15.07.2026
„Le petit train jaune- der kleine gelbe Kanarienvogel“
Von der Caranca-Schlucht fahren wir mit dieser kleinen Eisenbahn in die Cerdagne. Die Strecke läuft durch herrliche Berglandschaft, hoch in die Pyrenäen.
1910 wurde diese kleine Eisenbahn für den Transport von Holz und Vieh sowie anderer Güter für die Bergbevölkerung erbaut. Heute fährt das Bähnlein Touristen von Villefranche-de-Conflent nach Latour und zurück.
Wir genießen die Fahrt in einem Cabrio-Wagen und haben so eine fantastische Sicht auf die Bergkulisse. Abend`s tut uns dann aber von den Holzsitzen ganz schön der Hintern weh.
Gorges de Caranca, den 14.07.2026
Kurz entschlossen entscheiden wir uns heute für einen Wandertag. Antje findet eine tolle Tour in der Gorges de Caranga. Bei näheren recherchieren stellt sich jedoch heraus, dass dafür Schwindelfreiheit erforderlich ist und so entscheiden wir uns doch lieber für eine leichtere Tour bei Vinca. Kurz vor dem Ziel fahren wir steil aufwärts durch ein Waldgebiet und stehen plötzlich zwischen lauter verkohlten Bäumen und ein verbrannter Geruch liegt noch in der Luft. Dies muss der Waldbrand gewesen sein, welchen wir vor einer Woche von Narbonne aus in der Ferne sehen konnten. Hier wollen wir nicht wandern und so meint Antje, dass wir doch die Schlucht Carancas mal versuchen sollten. Torsten ist ganz happy und auf geht es zum neuen Ziel.
Was für eine schöne Tour.
Wir wandern auf einen stetig steigenden Pfad die Schlucht entlang. Seitlich fällt das Gelände steil zum Fluss ab und auf der anderen Seite stehen die Felsen weit über uns. Gegenüber des Flusses sehen wir schon mal den Rückweg, welcher steil über dem Fluss und in den Felsen gehauen wurde. Ach, deshalb der Hinweis „Schwindelfreiheit“. Antje sagt dazu mal gar nichts und wir gehen einfach weiter. Torsten denkt schon mal über eine Alternative nach.
Nach ca. 2 Stunden nähern wir uns den besagten Felswänden. Antje mit zügigen Schritt voraus und immer die Hand am Sicherungsseil. Den Blick geradeaus gerichtet. Rechts fällt die Felswand senkrecht ca. 100 m abwärts. Und dann..... Es ist geschafft. Antje noch voller Adrenalin und Torsten ganz stolz auf seine Frau.
Wir genießen den restlichen Tag mit einem kühlenden Bad im Fluss und schauen am Abend das WM-Halbfinale Frankreich-Spanien.
Tuchan, den 12.07.2026
Wie verlassen die Mittelmeerküste in Richtung Süd-Westen und schon bald sehen wir die ersten Hügel der Pyrenäen. Wir kommen in's ehemalige Land der Kartharer. Diese lebten hier zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert und errichteten jede Menge Burgen auf den steilen Bergen der Pyrenäen. So entdecken wir die Burg Aguilar. Von hier bietet sich ein fantastischer Blick in die Pyrenäen und wir werden schon ganz neugierig was es da neues zu entdecken gibt.
Besonders interessant fanden wir Peyrepertuse, errichtet weit oben auf den spitzen Fels. Wie konnte man da oben zu den damaligen Möglichkeiten eine Burg bauen? Genützt hat es den Katharern leider nichts. Sie wurden durch den französischen König und die katholische Kirche im 12. Jahrhundert grausam verfolgt und vernichtet.
In Mosset genießen wir ein leckeres Abendessen auf einem Bauernhof bei Familie Tublet. Hier finden wir ein schönes Plätzchen für die Nacht mit Blick auf die Berge.














































