Okzitanien

Canal du Midi, den 28.06.2026

Der 240 km lange Canal du Midi verläuft zwischen den Pyrenäen und dem franz. Zentralmassiv und wurde 1681 fertiggestellt. So mussten die Schiffe nicht mehr um die Iberische Halbinsel fahren sondern gelangten direkt vom Atlantik ins Mittelmeer.

Für uns interessant ist, dass Riquet, der Erbauer des Kanals sich sämtliche, technischen Kenntnisse selbst aneignete und seine gesamten finanziellen Mittel dafür verwendete. Er war besessen von der Kanalidee.

Die Wasserstraße verläuft durch Schleusen über einen Höhenscheitel wieder hinunter zum Mittelmeer und die notwendige Wasserhaltung erfolgt über große Staubecken.

Am Hügel von Enserune wäre das Vorhaben beinahe gescheitert. Es wurde der Bau eines 160 m langen Kanaltunnels erforderlich, wo die damalige königliche Kommission der Meinung war, dass Dies technisch nicht machbar ist. Riquet zog alle seine Arbeiter zusammen und schuf so vor Eintreffen der Kommission Tatsachen und baute das damals weltweit erste Bauwerk dieser Art.


Mit dem Fahrrad sind wir ein paar Tage am Kanal unterwegs. Es ist immer noch ziemlich heiß und der Weg verläuft überwiegend über staubige Schotterwege.

An einem kleinen See genießen wir eine frische Abkühlung im Wasser.


Carcassonne haben wir oft zu Hause gespielt und nun haben wir die Gelegenheit die Stadt selbst kennenzulernen.

Von Weiten sehen wir die mittelalterliche Festung „La Cite“. Einfach beeindruckend. Am Abend bummeln wir durch die Stadt und genießen das mittelalterliche Flair und die vielen Tagestouristen sind auch fast alle wieder zu Hause.


Wir nähern uns der Küste. Im Chateau de Perdiguier bleiben wir für eine Nacht.


Am Abend dürfen wir mit Samuel eine wunderschöne Führung durch den Weinkeller und anschließender Schlossbesichtigung mit Weinprobe erleben. Ein Teil des Weines wird in großen Fässern aus Beton hergestellt. Das kannten wir so noch nicht. In solch einen, jetzt leeren „Fass“ steckt Samuel seinen Kopf in die große Öffnung und singt uns ein okzitanisches Lied und wir sind total beeindruckt. Für einen Moment dachten wir wir wären in einem Kloster. So hallt der Klang zu uns.


Saint Ybars, den 23.06.2026

In Saint Ybars verbringen wir bei Torstens Cousine Angelika und Maurice fünf wunderschöne Tage an denen wir zusammen geschwitzt (bei 41 Grad), den Ort Foix mit seiner Burg besichtigt, viel erzählt, viel über Frankreich erfuhren, Wein verkostet und lecker gegessen haben. Ganz herzlichen und lieben Dank nochmal an die Beiden.

Ja und die Heizung am WoMo konnte in Lauzerville in der Zeit auch repariert werden und so freuen wir uns für die nächste Zeit wieder warm duschen zu können.


Roquefort, den 21.06.2026

Wer kennt ihn nicht, den französischen Blauschimmelkäse aus Roquefort.

Hergestellt wird er aus Schafsmilch. Dem Käse werden dann die Pilzkulturen (Penicillium roqueforti) zugesetzt, welche den Blauschimmel erzeugen.

Die Pilzkulturen entstehen, in dem Brotlaibe gebacken und mit dem Pilz geimpft werden welche sich dann in dem Brot entwickeln.

Gelagert werden die Käse anschließend in Felskellern, welche eine natürliche Lüftung nach außen besitzen.

Wir nehmen an einer Führung durch die Keller von Papillon und Gabriel Coulet teil. Hier ist es angenehm kühl. Momentan herrscht in Frankreich eine Hitzewelle und die Temperaturen steigen bis 41 Grad an und so fühlen wir uns hier drin sehr wohl.


Gorges du Tarn, den 20.06.2006

Aus der Hochebene kommend treffen wir auf eine tiefe Schlucht, die Gorges du Tarn. Die Straße windet sich eng an den Felswänden entlang, teils durch enge Tunnel und immer nahe am Fluss entlang. Manchmal wird es ziemlich eng für unser WoMo.

Wir finden einen ganz tollen Stellplatz, direkt am Fluss und spontan bleiben wir hier 3 Nächte. Das eigentlich geplante Wandern in den Montpellier-le-Vieux streichen wir von unserer Liste und paddeln mit dem Kanu hier entlang. Es ist ein Genuss und noch schöner als in der Ardech. Die Felsen gewaltiger, der Fluss wilder, die Touristen weniger, einfach toll.

Und so ergibt es sich oft auf unserer Reise. Die schönsten Dinge sind meist nicht die bekanntesten aus dem Reiseführer sondern die spontan entdeckten. Ja, und dies ist es, was für uns das Unterwegssein auch so spannend macht. Wir kommen oft langsamer als gedacht voran aber Zeit haben wir ja genug.


Das Viaduc de Millau überspannt den Tarn, ist die Zweitgrößte Brücke der Welt und wurde 2004 eröffnet. Gestaltet wurde es von Norman Foster.


Abime de Bramabiau, den 17.06.2026

Ein Fluss verschwindet in einer Schlucht und kommt an der anderen Seite des Berges als kleiner Wasserfall wieder heraus. Ja das gibt es hier in den Cevennen.

Wir wandern zum Ausgang von Làbime Bramabiau und vor uns im Tal sehen wir einen riesigen Spalt im Fels mit einem darunter liegenden Wasserfall. Wir laufen durch diese Öffnung und kommen in ein riesiges Höhlensystem mit rauschendem Wasser unter uns. Nur 10 Grad sind hier und wir sind froh eine Jacke mitgenommen zu haben. Man staunt, was die Natur so schaffen kann.


Wir besuchen den Mont Aigual (1567m) wo wir einen fantastischer Blick über das gesamte Cevennen-Gebirge haben. Herab fahren wir vorbei an Schafherden, welche gerade auf dem Weg ins Tal sind. Da ist die Straße auch mal blockiert, aber Zeit haben wir ja genug.


Cevennen den 15.06.2026

In den Cevennen fühlen wir uns ein bischen wie in unserer Heimat, dem Erzgebirge. Die Landschaft sieht ähnlich wie auf dem Erzgebirgskamm aus. Ein Mittelgebirge, welches zum Wandern einlädt. Und so machen wir einen schönen Ausflug zum Mont Lozere (1699m). Begleitet von heftigen Wind wandern wir immer auf dem Kammweg zum Gipfel. Nach 4 Stunden sind wir zurück und am Parkplatz kaufen wir noch leckere Pfirsiche und Aprikosen, saftig süß und lecker und kochen uns ein Käffchen.


Monts d`Ardeche, den 13.06.2026

Die Ardeche stand schon lange auf unserem Reiseplan und jetzt dürfen wir Sie erleben.

Im beschaulichen Salavas finden wir am Fluss einen schönen Stellplatz und so können wir jeden Morgen erst einmal ins Wasser gehen. Es schwimmt sich wie in einer Gegenstromanlage und man muss aufpassen, dass man nicht zu weit abtreibt. Zurückschwimmen wird eher schwierig.

Zum Paddeln nehmen wir diesmal nicht unser eigenes Boot. Das stellt sich später als die richtige Entscheidung heraus. Der Fluss hat teils ziemliche Flachstellen mit Steinen darin und das Kanu poltert nur so darüber. Einmal sind wir sogar stecken gebliebenen. Ein paar Bootsrutschen gab es auch. Das hätte wohl unser Boot nicht ganz unbeschadet überstanden. Wir paddeln durch großartige Natur und der Felsbogen Pont d' Arc bildet zum Schluss das Highlight.

Einen Tag fahren wir die Panoramastraße Gorges de I'Ardech entlang und sehen den Flusslauf, eingebettet von der großartigen Felslandschaft noch einmal von oben.

Und dort ist es dann auch passiert. Schnell noch ein paar Fotos mit der Drohne und ich fliege den Flusslauf entlang. Links und rechts herrliche Felswände und der Talwind trägt nur so die Drohne voran. Zurück, gegen den Wind wird es aber schwierig. Nur ganz langsam geht es vorwärts und der Akku zeigt dann irgendwann acht Prozent und noch 400 m bis zum Ziel. Automatische Landung und ein letztes Bild zwischen den Felswänden. Rettung ???? Na das war es dann erst mal mit Bildern aus der Luft. Ziemlich ratlos und traurig kehre ich ans Auto zurück.


Orgnac-I`Aven, den 12.06.2026

Wir sind in der Ardeche angekommen und besuchen heute eine der zahlreichen Tropfsteinhöhlen, die Aven d`Orgnac.

Die Höhle wurde 1935 entdeckt, wobei der 50 m tiefe Schacht unter den Einwohnern schon länger bekannt war, nur traute sich noch keiner da hinein zu steigen. Erst der Forscher Robert de Joly entdeckte damals dieses 4 km lange Höhlensystem.


Samstag, 6. Juni 2026

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