Nordportugal

Castelo Mendo, den 4.10.2026

Castelo Mendo mit seinen 50 Einwohnern wird uns noch länger in Erinnerung bleiben. Wir wandern durch dieses kleine Örtchen hoch zum Castelo. Menschen sind hier nur wenige unterwegs. Wir treffen auf ein kleines Lädchen, wo eine Omi davor sitzt. Drin werkelt eine jüngere Frau herum. Neugierig schauen wir da mal rein und es entwickelt sich ein ganz herzliches Gespräch. Wir sollen doch gleich mal den leckeren Kirschlikör (in Portugal, insbesondere in Lissabon ein Kultgetränk) kosten. Ja und so nehmen wir nicht die große aber eine kleine Flasche mit. Wir können gar nicht anders.

Und da es mit englischer Verständigung schwierig ist und unsere paar portugiesischen Worte schnell erschöpft sind wird die jüngere Tochter herbeigerufen und in englischer Sprache kann es weiter gehen. Und so sind wir noch ein bischen länger hier im Laden.


Eigentlich gibt es hier im Ort nicht viel außer schöne Häuser, eine kleine Kirche, einen kleinen Laden und eine Bar. Na ja die Bar ist eigentlich als solche nicht zu erkennen. Vor einer Tür sitzen ein paar Leute und trinken einen Wein bzw. ein Bier. Kurz geschaut und schon haben wir beide ein Bier in der Hand. Wir sind gleich aufgenommen und es stellt sich heraus, dass Jack mit Jelleen aus England sind und hier immer für 3 Monate den Winter verbringen. Johan und Marleen sind aus Holland und reisen wie wir mit dem WoMo durch das Land. Und dann noch die Leute aus dem Ort. Eine kleine Gemeinschaft, die sich überhaupt nicht fremd ist. So haben wir einen wundervollen, gemeinsamen Abend und es ist so einfach und so schön.


Am nächsten Tag beschließen wir, dass wir hier noch ein bisschen länger bleiben. Die Atmosphäre hier im Ort ist einfach toll. Johan und Marleen geht es auch so und sie bleiben spontan. Dann bringen uns Jack und Jellen noch frische Tomaten vorbei. Na da freut man sich doch gleich auf den nächsten, gemeinsamen Abend.


Serra da Estrela, den 1.10.2026

Dass es in Portugal solche Berge gibt, dass wussten wir noch nicht. Immerhin misst der Torre, als der Höchste in Portugal 1993 Meter.


Und sogar ein Skigebiet gibt es, nicht so groß wie wir es kennen aber immerhin kommen 8 Pistenkilometer zusammen.


Wir fahren durch wunderschöne Berglandschaften und genießen einsame Stellplätze mitten in den Bergen.


Aber auch fahren wir im östlichen Teil durch Waldgebiete, wo es noch vor kurzer Zeit große Waldbrände gab. Ein generelles Problem der iberischen Halbinsel.


Caramulo, den 29.09.2026

Auf dem Weg zur Sierra de Estrella fahren wir durch den Luftkurort Caramulo im gleichnamigen Gebirgszug. Hier stoßen wir auf ein Museum, was uns neugierig machte und da wir die Geschichte so interessant finden, erzählen wir sie mal kurz.

Der Arzt Jereonimo de Lacerda konzipierte 1921 den Ort als bedeutendste Tuberkuloseheilanstalt auf der iberischen Halbinsel.

Heute gibt es noch ein Hotel und einzelne Teile der Kureinrichtung. Als die Krankheit immer mehr zurück ging fielen auch die Besucher aus und es wurde um Caramulo ruhig. So machten sich seine beiden Söhne Gedanken wie Sie den Ort wiederbeleben könnten und hatten eine gute Idee. Der Eine war leidenschaftlicher Kunstsammler, unter anderen mit Werken von P. Picaso und S. Dali. Der Andere liebte Autos und sammelte Oldtimer bis hin zu Rennwagen. Was lag da nicht näher, als ein Museum für die ca. 500 Kunstsammlerstücke und ca. 100 Fahrzeuge zu erschaffen. Und so gibt es heute in dieser kleinen Berg-Gemeinde ein für Portugal bedeutendes Museum, welches 1959 sogar durch den damaligen Staatspräsidenten eröffnet wurde.


Costa Nova, den 27.09.2026

Nicht weit von Aveiro entfernt liegt das Fischerdorf Costa Nova.

Ins Auge stechen hier sofort seine bunt bemalten und gestreiften Häuser.


Es ist wieder dringend ein Haushaltstag notwendig und so bleiben wir für ein paar Tage in Costa Nova.

Aber wir nutzen auch die Zeit um den Strand und das Meer zu genießen.


Aveiro, den 26.09.2026


Wir sind wieder in Richtung Atlantikküste unterwegs und besuchen das kleine Städtchen Aveiro. Genannt wird es auch das „Venedig Portugals“, was aber sicher ein wenig übertrieben scheint. Gleich ins Auge stechen die Moliceiro-Boote, welche heute als Touristenboote genutzt werden jedoch früher zum Fischen von Seetang dienten. Wir buchen eine Fahrt und auf geht es durch die Kanäle (es gibt jedoch nur ein paar wenige) von Aveiro.


Mit seinen bunten Fassaden, schönen Natursteinpflasterflächen und lebendigen Flair wirkt Aveiro auf uns sehr angenehm und mehr, als nur das kleine „Venedig Portugals“.


Zur Zeit findet hier der Burger-Cup statt und so haben wir für 12,-- EUR gleich unser Mittagessen.


Arouca, den 24.09.2026

Während der Fahrt erfahren wir zufällig, dank DriveCast von einer riesigen Hängebrücke, nämlich der Ponte 516 Arouca. Kurz überlegt, wir sind ja in der Nähe und auf geht es dahin.


Wir lesen, dass es mit 516 Metern die längste Fußgängerhängebrücke der Welt ist. Hm, Aber ….??? So etwas haben wir doch schon in Andorra gehört und ja, die Pont Tibeta de Canillo ist 603 Meter lang.

So verkauft man seine Highlights. Aber das Erlebnis bleibt, in schwindelerregender Höhe darüber zu laufen.


Pass de Montemuro, den 23.09.2026

Wir fahren weiter das Tal in Richtung Porto. Die Region ist natürlich sehr touristisch und gerade im Moment ist Hochsaison. Wir suchen nach Wegen, welche Abseits der Hauptrouten liegen und manchmal gibt es da so eine Fügung. Die geplante Straße ist gesperrt und wo wir so rätselnd im Auto sitzen kommt ein netter Portugiese und gibt uns eine mögliche Umleitungsroute. So landen wir über Lamego am Montemuro-Pass (1215m). Mitten in den Bergen, ganz Abseits vom Tourismus beziehen wir hier unser Plätzchen für die Nacht.


Am Morgen kommen wir nicht weit. Am Wegesrand ein kleiner Wasserfall und hier müssen wir erst mal ein kühles Bad nehmen.


Unterwegs entdecken wir eine kleine Küche. Hier wird noch traditionell gekocht. Von Außen kaum Sichtbar aber drin wimmelt es nur so von Leuten. Wir bekommen einen Tisch und fragen nach einen traditionellen, einheimischen Gericht. So bestellen wir uns „Cozido a portuguesa“. Wir sind gespannt und als wir so auf die anderen Teller schauen, meint Antje, dass die Wahl wohl für mich nicht so ganz gelungen wäre. Bei mir kommt auch leichte Skepsis auf und dann kommt es auch schon. Viele Bohnen mit Kartoffeln, dazu Kraut, Rippchen, und eine Art Wellfleich. Na ja, das ist nicht mein Favorit aber geht. Die warme Blutwurst und Speckschwarte, nee, das geht aber gar nicht. So wird bischen sortiert und das nächste mal werde ich dann doch den Fisch nehmen. Der sah nämlich echt lecker aus.

Aber, wir genießen die einfache Art und Herzlichkeit, ohne touristischen Touch und werden wohl öfter nach so etwas Ausschau halten.


Douro-Tal, den 22.09.2026

Wir sind unterwegs im Tal des Portweines. Nur Wein aus diesem Tal darf sich diesen berühmten Namen geben und so sind wir schon mal sehr gespannt.

Nachdem wir wieder frisches Quellwasser getankt haben und einen leckeren Espresso aus unserer Bialetti genießen fahren wir weiter in Richtung Pinhao. Der Ort ist für beste Weinqualitäten bekannt.


Wir sehen schon kleine Transporter, welche frischen Wein geladen haben. Die ersten Weinberge sind sichtbar und die Weinlese im vollen Gange.


Die Straße wird immer kurviger und führt steil ins Tal herab. Ganz unten der Douro und an beiden Seiten riesige Weinberge. Erstaunlich, an welchen Steillagen hier noch Wein angebaut wird. Teils gibt es nur 1 Reihe Weinreben und dann fällt der Fels wieder senkrecht ab (teils ohne Mauern).


Übrigens wird hier schon seit ca. 2000 Jahren Wein angebaut. 1756 wurde die Region (Alto Douro) zur geschützten Weinbauregion definiert und 2001 zum Weltkulturerbe ernannt. Die Geburtsstunde des Portweines war im 17. Jahrhundert und wurde durch die damaligen Spannungen zwischen Frankreich und England ausgelöst. Frankreich lieferte keinen Wein mehr und so suchte England nach einer neuen Bezugsquelle. Da der leichte portugiesische Wein die lange Seefahrt nicht gut überstand wurde Branntwein zugegeben und der Portwein war geboren.

Wegen der hohen Temperaturen im Tal wird der Wein zur klimatisch besser geeigneten Küste nach Porto (genauer Villa Nova de Gaia) verschifft. Dort reift er dann für mehrere Jahre. Ein über 50 Jahre alter Port kann dann schon mal einige hundert EUR kosten. Der 2-3 jährige ist aber schon für 10 EUR zu haben.


Abends landen wir in der Quinta da Pereira. Hoch über dem Tal stehen wir hier und bleiben für 2 Tage. Der Blick ist genial und abends sitzen wir hier und genießen den Sternenhimmel.


Sergio führt uns durch sein Weingut und zum Schluss zapft er aus seinen Holzfässern eine Kostprobe der verschiedenen Jahrgänge.


Das Dourotal aus der Vogelperspektive

Braga, den 20.09.2026

Brage, die drittgrößte Stadt Portugals mit seinen rund 200 Tsd. Einwohnern liegt auf dem Weg zum Douro-Tal.


Wir schlendern durch die Stadt und wollten eigentlich für die Besichtigung ein TukTuk nehmen, wussten aber nicht, dass man es hier vorreservieren muss und so gehen wir mit der Idee leer aus.

In der Kathedrale war gerade Gottesdienst und diese bis 15.30 für Besucher geschlossen. Ist heute unser Pechtag?

Also schlendern wir weiter, vorbei an farbenfrohen Blumenrabatten. Auch so manche Hausfassade mit seinen Kacheln (so typisch für Portugal) fällt ins Auge.


Eine Oldtimerausfahrt unterwegs durch Braga.


Wir setzen uns kurz in ein Cafe und beschließen zum Bom Jesus do Monte, ein Wallfahrtsort weit oben auf den Hügeln Bargas zu fahren.


Hier wurde im 17. Jahrhundert, im Zuge der Gegenreformation eine wunderschöne Kirche errichtet. Auch der kleine, angrenzende Park ist sehenswert. Na und natürlich der Blick auf Barga, einfach schön.


Über 600 Stufen, wo durch verschiedene Statuen der Leidensweg Chrisi dargestellt wird, erreicht man den Ort. Aber, es gibt eine Alternative. Die historische Wasserseilbahn. Wir ziehen Diese mal den 600 Stufen vor und für 4 EUR geht es hinauf.


An der Bergstation wird in den Unterwagen Wasser eingefüllt und so zieht

Dieser dann den im Tal stehenden Wagen über ein Seil zur Bergstation.

Eine geniale Idee. Heute würde man dafür vielleicht einen Nachhaltigkeitspreis verleihen.


Ancora, den 18.09.2026

Wir rollen über die Spanische Grenze nach Portugal und finden bei Ancora ein tolles Plätzchen für die Nacht. Direkt am Strand und das Rauschen der Wellen ist nicht zu überhören. Sogar der portugiesische Pilgerweg nach Santiago de Compostella geht hier entlang.


Die Feriensaison ist vorbei und entsprechend ruhig ist es geworden. Eigentlich wollten wir in die Wellen des Atlantiks springen aber das Wasser ist so ungemütlich kalt, so dass wir die Sonne einfach nur am Sandstrand genießen. Der Herbst streckt wohl bei derzeit 20 Grad Lufttemperatur schon mal seine "Fühler" aus.


Freitag, 18. September 2026

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