Ligurien

Ventigmiglia, den 27.04.2026

Wir sind kurz vor der französischen Grenze und vor der Überfahrt besuchen wir den botanische Garten Hanbury. Dieser ist natürlich ein „Muß“ für uns Gärtner.

Dieses Kleinod wurde im 19. Jahrhundert von Thomas Hanbury geschaffen und wird heute durch die Universität Genua unterhalten.

Der deutsche Gärtner Ludwig Winter hatte hier damals einen wesentlichen Anteil bei der Gestaltung der Anlagen. Was für ein schöner Auftrag.

Wir schlendern hier durch die wunderschönen Gartenanlagen. Antje führt uns mittels des erhaltenen Guidebook`s durch die Pflanzenwelt und es ist erstaunlich, woher so die Pflanzen damals beschafft wurden. Hier sind alle Kontinente vertreten.


Fürstentum Seborga, den 26.04.2026

Auf unserem Weg aus den Bergen besuchen wir das Fürstentum Seborga, nahe der französischen Grenze. Dieses Bergdorf mit seinen ca. 300 Einwohnern beansprucht seine Unabhängigkeit von Italien, hat eine Fürstin Nina I. (stammt übrigens aus Deutschland), besitzt seine eigene Währung, den Luigino und hat sogar seine eigenen Autokennzeichen. Vom italienischen Staat wird es geduldet. International ist das kleine Fürstentum nicht anerkannt.

Die Fürstenfamilie beruft seine Daseiensberechtigung darauf, dass Seborge bei der italienischen Staatsgründung nicht berücksichtigt wurde und so als Fürstentum anerkannt werden müsste.

Wir schlendern durch den kleinen Ort mit seinen zwei Straßen, trinken einen Espresso und ja, nach zwei Stunden haben wir so ziemlich alles gesehen. Gezahlt haben wir mit Euro und Geldtauschen war leider nicht möglich.

Einen Abstecher war Seborge auf jeden Fall wert.


Parco Naturale delle Alpi Liguri, den 25.04.2026

Irgendwie hält uns Italien fest. Der Plan war eigentlich schon in Frankreich zu sein aber wir entdecken immer wieder etwas Neues und so sind wir in den Ligurischen Alpen unterwegs. Wir fahren quer durch die Berge von einem Bergdorf über schmale Straßen zum Nächsten. Am Colle d`Oggia (1186m) entscheiden wir uns spontan zu übernachten. Die Sicht ist phänomenal. Links schneebedeckte Gipfel, vor uns das tiefe Valle Argentina mit seinen Dörfern und rechts in der Ferne das Meer. 100 Meter weiter essen wir auf dem Gipfel selbstgebackenes Brot mit italienischen Käse, Wurst und Oliven. Und dazu ein leckeres Bierchen. Was will man mehr?

Früh weckt uns die Sonne, welche langsam hinter den Gipfeln aufsteigt. Spontan entscheiden wir uns noch eine kleine Wanderung auf den nächsten Gipfel zu unternehmen und so verzögert sich unsere Weiterfahrt immer mehr. Aber das ist ja das schöne, nicht an einen Termin gebunden zu sein.

Die Fahrt führt uns weiter über den Colle Langan-Pass und dann ins weit abgelegene Herxendorf Triora. Hier wurden im 15. Jahrhundert viele Frauen als Hexen verbrannt weil man dachte, Diese seien für die damalige Hungersnot verantwortlich. Ja und heute gibt es im ganzen Ort, ähnlich wie im Harz Hexen in Groß und Klein.

Hinter Castel Vittorio wir die Serpentinenstraße immer steiler, schmaler und die Äste der Bäume streifen immer dichter unser Fahrzeugdach. An Gegenverkehr will ich hier mal nicht denken. Ja, und dann entscheiden wir uns doch bei der nächsten Möglichkeit umzudrehen . So kommen wir erst am Nachmittag nach Apricale. Wir schlendern durch kleine, steile Gassen und genießen auf der Piazza das leckeres ligurische Essen.


Unterwegs im Herxendorf Triora.


Cervo, den 22.04.2026

In Cervo finden wir einen schönen Campingplatz an der Riviera dei Fiori (Blumenriviera) mit Blick auf das Meer. Wir sind hier für mehrere Tage fast allein und genießen die Gegend. Es ist ein sehr einfacher Campingplatz aber für uns genau das richtige. Früh springen wir ins Meer und anschließend machen wir uns ein schönes Frühstück. Abend`s macht uns Antje eine Art „italienische Rouladen“ mit grünen Spargel und Kartoffeln. Super lecker.


Cervo hat eine wunderschöne Altstadt und wir bummeln den halben Tag drin herum. In den kleinen Gassen spielt Musik und umrahmt unseren nun schon fast gewohnten Vormittags-Espresso.


Wir fahren den Radweg von Andora nach Sanremo. Immer an der Küste, entlang der alten Bahntrasse. Teils führt er uns durch Tunnel, welche mit Musik bespielt werden. Ja, man staunt, was es so gibt.

Links rauscht das Meer und rechts ragen die Berge des Apennin steil und aufrecht empor. Eine tolle Landschaft.


Carrara, den 15.04.2026

Carrara ist durch seinen einzigartigen, weißen Marmor weltbekannt. Michelangelo reiste damals selbst in die Steinbrüche und suchte sich das Gestein für seine Kunstwerke aus.

Also war dies unbedingt ein Grund sich die Steinbrüche einmal selbst anzuschauen.

Vom Meer aus kann man schon die weißen Brüche erkennen und überall sind Marmorwerkstätten zu sehen. Selbst einen Hafen gibt es um den Bianco Marmor aus Carrara weltweit zu verschiffen. Der größte Abnehmer ist China von dann kommen die USA als zweitgrößter Abnehmer.


Bobbio, den 14.04.2026

Bobbio wurde 2019 zum schönsten Dorf Italiens gewählt und so fahren wir quer durch den Apenin nach Bobbio. Die schmalen Straßen schlängeln sich durch die Berge und so geht es nur langsam voran. Das Wetter ist dieser Tage nicht auf unserer Seite. Es regnet 2 Tage lang in Strömen und auf den Bergpässen (ca. 1500m) stehen wir im Nebel. Sogar Schnee gibt es noch am Wegesrand. Wir scheinen hier allein unterwegs zu sein. Kaum ein Auto begegnet uns.


In Bobbio nutzen wir die kurze Regenpause. Wir schlendern durch die Stadt und bewundern die tolle Ponte Gobbo (Buckelbrücke). Wir treffen auf ein schönes, gemütliches Städtchen mit einem gewissen Flair. Gleich nutzen wir noch die Gelegenheit in der kleinen Macelleria bischen Mortadella und Prosciutto für unser Abendessen zu kaufen. So genießen wir den Abend gemütlich im warmen WoMo.


Levanto (Cinque Terre), den 12.04.2026

Wir verlassen die Toskana mit ihrer sanft hügeligen Landschaft und Sie wechselt abrupt in eine schroffe, bergige Gegend. Die Dörfer sind teils steil an die Hänge gebaut und die Häuser mit ihren leuchtend, farbigen Fassaden sind von weiten zu sehen. Wir sind in der Cinque Terre.

Uns erwarten schöne Wanderungen, welche hoch über den 5 Orten der Cinque Terre und dem Meer entlangführen. Ganz allein sind wir natürlich nicht. Ca. 4 Millionen Besucher teilen sich wohl jährlich dieses schöne Plätzchen aber wir haben noch Glück, da wir noch nicht in der Hauptsaison unterwegs sind.

Der Wanderweg von Riomaggiore über Manarola und Volastra nach Corniglia (ca. 5 Std) ist wunderschön. Wir sehen das Meer und Manarola von oben, wie aus der Vogelperspektive. Der Weg verläuft auf schmalen Pfaden durch Wald und Weinberge steil nach oben. Abend´s sind wir platt aber es hat sich wirklich gelohnt.

Am 2. Tag fahren wir auf die Halbinsel Portovenere. Ein kleines Städtchen mit schmalen Gässchen und einer oberhalb liegenden Festung. Zurück nehmen wir das Boot und fahren zurück nach Riomaggiore.

Eine Genuss-Radtour ist der Framura Radweg. Dieser ist nicht lang und führt entlang einer alten Bahntrasse nach Framura. Mit dem Rad geht es durch alte Tunnel, welche immer wieder durch Aussichtspunkte unterbrochen sind. Dann präsentiert sich auf einmal ein toller Blick auf das Meer und dessen Küste.

Ich denke, dass man die Cinque Terre unbedingt mal besucht haben muss. Trotz der vielen Besucher. Uns wird dieses Fleckchen Erde noch lange in Erinnerung bleiben.


Mittwoch, 8. April 2026

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